Direkt zum Hauptmenü, Unterpunkte der Navigation, zum Inhalt.

St Georg Unternehmensgruppe

Institut für Pathologie und Tumordiagnostik

Was ist Pathologie?

Nahezu jeder Mensch, der mit dem Begriff "Pathologie" konfrontiert wird, denkt zunächst an die Leichenöffnung, die Autopsie. Dies ist auch tatsächlich die historische Quelle, aus der sich die moderne Pathologie entwickelt hat.

Pathologie ist aber viel mehr. Sie ist ein Gebiet der Medizin, das sich fachübergreifend mit der Lehre von den Krankheiten befasst und damit vorwiegend im Dienste des lebenden Patienten steht. Dabei stützt sie sich auf die makroskopische Beurteilung von ganzen Organen oder Organteilen, bzw. die mikroskopische Untersuchung von Zellen (Zytologie) und Gewebeproben (Histologie). Nahezu jede endgültige Krebsdiagnose wird vom Pathologen gestellt.

Der Pathologe ist der Facharzt, der heute zwar auch noch Sektionen durchführt, aber in viel größerem Umfang Operationspräparate, Biopsate (Gewebsproben) oder Zellausstriche von lebenden Patienten untersucht. Das Werkzeug des Pathologen ist überwiegend sein Auge, das Vergrößerungsglas ist sein Mikroskop. Intensives Beobachten ermöglicht in Verbindung mit dem Wissen und der Erfahrung des Pathologen die Diagnosestellung. Die Diagnose des Pathologen ist für die behandelnden Ärzte oft die entscheidende Handlungsgrundlage.

Die Hauptaufgabe des Instituts für Pathologie und Tumordiagnostik ist die Untersuchung von operativ entfernten Organen und Organteilen, bzw. von kleinen, oft endoskopisch gewonnenen Gewebeproben sowie die zytologische Untersuchung von Zellausstrichen. Diese mikroskopischen Untersuchungen dienen der Diagnosefindung, gestatten darüber hinaus vielfach aber auch Aussagen zur Prognose eines Krankheitsbildes. Nicht selten ist das die einzige Möglichkeit, Art und Ausdehnung eines Krankheitsprozesses festzustellen. Die Tätigkeit in diesem Bereich führt zu intensiven Kontakten des Instituts für Pathologie mit nahezu allen klinischen Disziplinen.

Die innere Leichenschau (Obduktion) wird mit der Zielsetzung durchgeführt, Grunderkrankungen, den Gestaltwandel von Krankheiten unter Therapie sowie die Todesursache verstorbener Patienten zu erfassen. Oft können so im Krankheitsverlauf offen gebliebene Fragen geklärt werden, letztlich wird den klinischen Disziplinen eine Qualitätssicherung ermöglicht.

Wesentliches Merkmal und Basis des Faches Pathologie ist also die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir Pathologen sind keine Einzelkämpfer im Elfenbeinturm. Nur in einer guten Zusammenarbeit, insbesondere mit Kollegen der anderen Fachgebiete, sind wir in der Lage, richtige, exakte Diagnosen zu stellen. Wir als Pathologen brauchen bei der Untersuchung der Gewebsproben die klinischen Angaben der einsendenden Ärzte ebenso wie diese unsere Diagnosen brauchen. Je besser die interdisziplinäre Zusammenarbeit funktioniert, je besser das fachliche Verständnis zwischen den beteiligten Ärzten funktioniert, um so sicherer und genauer sind die gestellten Diagnosen, um so genauer können Therapien auf die individuellen Besonderheiten der Erkrankungen abgestimmt werden, um so besser sind die Ergebnisse für die Patienten.

Der Arbeitstag eines Pathologen beginnt mit dem sogenannten Zuschnitt. Die am Vortag durch die klinisch tätigen Kollegen entnommenen Operationspräparate und Gewebsproben sind über Nacht in Formalin fixiert worden. Wir untersuchen und beurteilen zunächst mit dem bloßen Auge die Veränderungen hinsichtlich ihrer Form, Größe und Ausdehnung und entnehmen kleine, repräsentative Proben. Diese werden dann von der medizinisch-technischen Assistentin in aufwändiger, mühevoller Arbeit zu histologischen Schnittpräparaten aufgearbeitet.
Am späten Vormittag werden die ersten histologischen Präparate fertig. Bis zum Abend sitzt der Pathologe dann überwiegend am Mikroskop, untersucht die Präparate, liest gelegentlich in der Fachliteratur nach, beschreibt und diktiert die gesehenen Veränderungen und stellt letztlich die Diagnosen.

Diese Arbeit wird oft von Schnellschnittuntersuchungen unterbrochen. Während in den Operationssälen die großen Operationen durchgeführt werden, muss der Pathologe auf Abruf für sogenannte intraoperative Schnellschnitte zur Verfügung stehen. Dabei wird während einer laufenden Operation entnommenes Gewebe untersucht und die Diagnose direkt mit dem Operateur besprochen. Hiervon ist oft der weitere Operationsverlauf abhängt. Dem Patienten können Nachoperationen, z. B. wenn ein Tumor noch nicht im Gesunden entfernt wurde, erspart werden.

zum Seitenanfang


Fußzeile

| nach oben