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Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie

25 Jahre Abteilung Klinische Ernährung

Der prognostische Einfluß des Ernährungsstatus für die Länge des Krankenhausaufenthalts ist klar erwiesen. Die Risiken durch Mangel- und Fehlernährung werden durch die demographische Bevölkerungsentwicklung mit steigendem Anteil geriatrischer Patienten weiter zunehmen. Nicht zuletzt unter dem Kostendruck bei limitierten ökonomischen Ressourcen sollte deswegen der Ernährungsmedizin vermehrte Aufmerksamkeit in den Kliniken in allen Disziplinen zuteil werden. Die häufig nicht kodierte Diagnose einer Mangel- bzw. Fehlernährung führt über eine Erhöhung der Fallschwere zu einer Erlössteigerung, die leitliniengerechte Ernährungstherapie letztlich zu einer Kostenersparnis. Bei den hieraus erwachsenden Aufgaben sind an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasste Ernährungsteams zur Beratung und Mitbehandlung unverzichtbar. Eine aktuelle Umfrage in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei 3071 Kliniken hat gezeigt, dass nur 3.2% (n=98) über ein solches Ernährungsteam verfügen.

Die 2006 seit 25 Jahren bestehende Abteilung für klinische Ernährung der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie des Klinikum St. Georg in Leipzig stellt das zweitälteste „Ernährungsteam“ in Deutschland dar. Mit internistischer Ausrichtung war die erste Einrichtung 1978 von Prof. Dr. Kluthe an der Universität Freiburg i.Br. gegründet worden. 1981 etablierten der Chefarzt der Chirurgischen Klinik Prof. Dr. W. Hartig und sein Mitarbeiter Prof. Dr. G. Schmoz die vorausschauend benannte Abteilung für Klinische Ernährung am Bezirkskrankenhaus St. Georg, die erste in Gesamtdeutschland mit einem Schwerpunkt in der perioperativen künstlichen Ernährung. Diese war das Zentrum der künstlichen Ernährung der damaligen DDR und vor allem auch durch ihre sehr aktive Forschungstätigkeit international bekannt. Höhepunkt der internationalen Anerkennung stellte der in Leipzig 1988 abgehaltene Kongress der Europäischen Gesellschaft für Parenterale und Enterale Ernährung (ESPEN) mit Prof. Dr. W. Hartig als Kongresspräsidenten dar. 1993 entwickelte die Abteilung mit Prof. Dr. W. Hartig und Oberarzt Dr. J. Putziger ein innovatives Konzept zur künstlichen Heimernährung, das als „Leipziger Modell“ bekannt wurde.Der Nachfolger von Prof. Dr. W. Hartig ist Prof. Dr. A. Weimann. Der derzeitige Vizepräsident und zukünftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. leitet die Abteilung seit 1999. hierbei maßgeblich unterstützt durch den Klinikumsdirektor und jetzigen Geschäftsführer Prof. Dr. K. Güldner.

Heute bietet sich im St. Georg als Klinikum der Schwerpunktversorgung vor allem durch die interdisziplinäre Intensivstation, zwei Intermediate Care Stationen, ein interdisziplinäres Behandlungszentrum für Onkologie, eine Palliativstation, eine Abteilung für Geriatrie und eine Station für Wachkomapatienten ein breites Spektrum an ernährungsmedizinischen Problempatienten. Das Ernährungsteam besteht heute aus zwei Chirurgen, die das Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer durchlaufen haben, eine Diplom Chemikerin und zwei Ernährungsschwestern. Zusätzlich stehen zwei Diätassistentinnen aus der von der Schubert-Unternehmensgruppe betriebenen Krankenhausküche zur Verfügung. Aufgaben sind der Konsiliardienst für das Gesamtklinikum, sowie die Betreuung ambulanter Patienten im Rahmen einer Ermächtigung der Kassenärztlichen Vereinigung, zum Teil als poststationäre Behandlung, zum Teil auch als externe Konsultation bei ernährungsmedizinischen Problempatienten im Rahmen eines Kompetenzzentrums für Patienten aus der Region.

Die Aufgaben sind im Einzelnen:

  • Ernährungsmedizinisches Risikoscreening
  • Erfassung des Ernährungsstatus (Anthropometrie), der Körperzusammensetzung (Bioelektrische Impedanzanalyse), des Energieverbrauchs (Indirekte Kalorimetrie)
  • Erstellung von individuellen Ernährungsprogrammen enteral und parenteral
  • Mitbetreuung von stationären und ambulanten Patienten unter künstlicher Ernährung
  • Schulung von Patienten und Angehörigen im Umgang mit enteraler/parenteraler Heimernährung
  • Überleitungsmanagement in Zusammenarbeit mit Sozaildienst, Hausarzt und Home Care Service
  • Ernährungssprechstunde und Diätberatung
  • Adipositasgruppe

Die Behandlung erfolgt standardisiert nach den aktuellen Leitlinien, wobei deren Implementierung in den Kliniken eine weitere Aufgabe für das Team darstellt. In den letzten Jahren hat auch die Beratung von Adipositaspatienten deutlich zugenommen. Dies schließt eine Adipositasgruppe mit ein.

Im Rahmen der chirurgischen Aufnahmeuntersuchung erfolgt routinemäßig ein ernährungsmedizinisches Riskoscreening. Unter den Bedingungen eines fallpauschalierten Entgeltsystems (DRG) ist die Kodierung einer Unter- bzw. Fehlernährung fallschwereerhöhend, bei Durchführung einer Ernährungstherapie die dokumentierte Verlaufskontrolle des Ernährungsstatus erforderlich. Außerdem berät das Ernährungsteam im Rahmen eines Boards die Klinikumsleitung bei der Krankenhauskost.

Weiterhin stellt auch die Forschung ein wichtiges Aufgabengebiet dar. In Kooperation mit der Fachhochschule Anhalt in Bernburg und unterstützt durch die Schubert-Unternehmensgruppe laufen derzeit mehrere Projekte bei geriatrischen Patienten und solchen mit Tumorerkrankungen. Eines stellt die Einführung einer speziellen Ernährung für Tumorpatienten dar.

Mit einem Symposion zu Nahrungergänzungsmitteln und Functional Food hat die Abteilung für Klinische Ernährung am Klinikum St. Georg im November 2006 ihren 25. Geburtstag gefeiert

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die einen oder mehrere Nährstoffe in konzentrierter Form enthalten. Das können zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe oder Surenelemente sein. Diese Nährstoffe können in Form von Tabletten, Kapseln oder Dragees verabreicht werden. Oder sie befinden sich im so genannten „Functional Food“. Das heißt, normalen Lebensmitteln werden diese Stoffe auch zum Zwecke der Anreicherung zugesetzt.

Die Themen dieses Symposions sind Ausdruck des Paradigmenwechsel für die klinische Ernährung allgemein und die zukünftigen Aufgaben für die Abteilung.

Für den 2013 stattfindenden ESPEN-Kongress der im neuen Europa erheblich gewachsenen, zwischenzeitlich umbenannten Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Metabolismus 25 Jahre nach dem Kongress von 1988 und 100 Jahre nach der Errichtung des Klinikums St. Georg in Eutritzsch hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V.mit Prof. Dr. A. Weimann und Prof. Dr. M. Plauth/Dessau für Leipzig als bisher einzigem Kandidaten eine erfolgsversprechende Bewerbung abgegeben.

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Rechter Bereich

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Kliniksteckbrief

Anschrift (Eutritzsch)
Delitzscher Straße 141
04129 Leipzig
Haus 1, 2 und 6

Chefarzt Prof. Weimann

Geschäftsführender Chefarzt
Prof. Dr. Arved Weimann, M.A.
Beruflicher Werdegang

Telefon: 0341 909-2201
Hotline: 0341 909-4004
Telefax: 0341 909-2234
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Leitender Oberarzt
Dr. med. Roland Plato

Anzahl Betten
48

Beteiligungen an interdisziplinären Zentren
Tumorzentrum (IBO),
regionales Kooperatives Darmzentrum Nordwest-Sachsen,
im Aufbau: Adipositaszentrum

Eingang der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie (Haus 6)

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